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Grundstückgewinnsteuer

Grundstücke werden in der Schweiz fast ausnahmslos mit Gewinn verkauft. Der Erlös aus dem Immobilienverkauf ist in der Regel deutlich höher als der Betrag, den man zum Immobilienkauf aufwenden mußte

Diese Wertsteigerung der Immobilie wird in der Schweiz mit der Grundstücksgewinnsteuer belegt.

Grundstückgewinne können auf verschiedenem Weg besteuert werden, sei es durch eine Sondersteuer – meist Grundstückgewinnsteuer genannt – oder durch die ordentliche Einkommens- bzw. Gewinnsteuer.

•    Bei der separaten Besteuerung wird ohne Berücksichtigung der übrigen sub- jektiven (Einkommens-)Verhältnisse des Steuerpflichtigen eine Sondersteuer erhoben, deren einziger Gegenstand die Grundstückgewinne sind. Diese Form der Sondersteuer trägt alle Merkmale einer Objektsteuer.

•    Im Gegensatz dazu kann die Grundstückgewinnbesteuerung durch die ordent- liche Einkommenssteuer durchwegs als Subjektsteuer beschrieben werden; einziger Massstab zur Bemessung der Steuer ist die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen.

Bei den natürlichen Personen ist eine Unterscheidung zu treffen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Gewinnen auf Grundstücken, nämlich zwischen:

a) Gewinnen auf Grundstücken des Geschäftsvermögens einschließlich der gewerbsmäßig erzielten Gewinne

=    sowohl bei der direkten Bundessteuer als auch in den meisten Kantonen (LU, OW, GL, ZG, FR, SO, SH, AR, AI, SG, GR, AG, VD, VS und NE) unterliegen Kapitalgewinne, die bei der Veräußerung von Immobilien des Geschäftsvermögens erzielt werden oder aus gewerbsmäßigem Liegenschaftshandel stammen, der ordentlichen Einkommens- bzw. Gewinnsteuer und werden zum übrigen Einkommen bzw. Gewinn hinzugerechnet.

=    In den übrigen Kantonen (ZH, BE, UR, SZ, NW, BS, BL, TG, TI und JU) werden die Gewinne aus dem Immobilienverkauf des Geschäftsvermögen oder aus gewerbsmäßigem Liegenschaftshandel hingegen mit der Sondersteuer erfaßt.

b) Gewinnen auf Grundstücken des Privatvermögens des Steuerpflichtigen

=    Der Bund erhebt keine separate Steuer auf Grundstückgewinnen. Kapitalgewinne aus Immobilienverkäufen des Privatvermögens sind bei der direkten Bundessteuer ausdrücklich steuerfrei. Ausnahmen betreffen den gewerbsmäßigen Liegenschaftshandel.

=    Hingegen werden solche Gewinne in sämtlichen Kantonen mit einer Sondersteuer auf Grundstücken, eben der Grundstückgewinnsteuer, erfaßt.

Eine besondere Regelung kennt der Kanton Genf (GE): Grundsätzlich kommt für jeden Steuerpflichtigen eine Sondersteuer zur Anwendung, die unmittelbar nach der Handänderung erhoben wird. Zusätzlich versteuern juristische Personen sowie Selbständigerwerbende die Grundstückgewinne (auf dem Geschäftsvermögen) aber auch im Rahmen der ordentlichen Gewinn- bzw. Einkommenssteuer. Um die sich dadurch ergebende Doppelbesteuerung zu beheben, können diese Steuerpflichtigen die bereits entrichtete Sondersteuer von der geschuldeten Jahressteuer in Abzug bringen; der eventuell zu viel erhobene Betrag wird zurückerstattet.

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January 23. 2018 18:33:11
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